Antonello Manacorda
wird neuer Chefdirigent und künstlerischer Leiter des französischen Spitzenorchesters
Les Siècles
Paris / Berlin / Tourcoing, 19. Juni 2026
„Musik ist eine Kollektivleistung“ – Mit Antonello Manacorda gewinnt das Ensemble einen der profiliertesten europäischen Dirigenten seiner Generation und schlägt ein neues Kapitel auf.
„Die Bedeutung von Les Siècles für den Klang des französischen Repertoires ist einzigartig. Mich interessiert aber auch, wie Mozart, Beethoven, Brahms, Mahler, Schumann oder Strawinsky heute, im 21. Jahrhundert, auf historischen Instrumenten klingen. Les Siècles ist geradezu prädestiniert dafür, europäische Musiktraditionen neu zu befragen. Musik ist für mich eine Kollektivleistung, ein gemeinsamer Prozess des Zuhörens und Entdeckens.“
Der in Turin geborene und in Berlin lebende Dirigent ist ein international gefragter Experte für historisch informierte Aufführungspraxis. Als Chefdirigent prägte er von 2010 bis 2025 das künstlerische Profil der Kammerakademie Potsdam und realisierte vielfach ausgezeichnete Einspielungen. Geprägt wurde Manacorda durch die Zusammenarbeit mit Claudio Abbado, der den 24-Jährigen 1994 zum Konzertmeister des Gustav Mahler Jugendorchesters berief. Als Gründungsmitglied und langjähriger Konzertmeister des Mahler Chamber Orchestra entwickelte er die Fähigkeit, eine Gemeinschaft von Solisten zu inspirieren.
Les Siècles, Residenzorchester am Atelier Lyrique, Tourcoing und seit 2022/23 am Théâtre des Champs-Élysées in Paris, gehört zu den wichtigsten europäischen Ensembles für historisch informierte Aufführungspraxis. Das Originalklangorchester wurde 2003 von François-Xavier Roth gegründet, um die Kunstform der stilgerechten Aufführung auf jede Musikepoche anzuwenden. Antonello Manacorda wird an diese erfolgreiche Ausrichtung, die den internationalen Ruf des Orchesters begründet hat, anknüpfen und neue Akzente setzen.
Im Herbst 2025 leitete Antonello Manacorda als Gastdirigent eine Konzertserie von Les Siècles in Amsterdam, Brügge, Tourcoing und Paris. Aus dieser ersten Begegnung entwickelte sich der Wunsch nach einer langfristigen Zusammenarbeit. Mit großer Geschlossenheit begrüßen die Musikerinnen und Musiker die Berufung von Antonello Manacorda. Sie markiert den Beginn eines neuen Kapitels. Ihre Freude darüber formulieren sie so: „Schon bei unseren ersten gemeinsamen Konzerten war das Vertrauen groß. Antonello Manacorda verbindet hohe künstlerische Ansprüche mit großer Aufmerksamkeit für jedes einzelne Instrument. Er hört genau zu, schafft eine offene Atmosphäre und eröffnet neue Perspektiven. Seine Erfahrung als Orchestermusiker und Konzertmeister ist in jeder Probe spürbar – das hat uns sehr beeindruckt. Wir freuen uns darauf, mit ihm Neuland zu betreten.“
Baptiste Charroing, Intendant des Théâtre des Champs-Élysées: „Antonello Manacorda verbindet künstlerische Exzellenz mit einer außergewöhnlichen Fähigkeit, Menschen und Ideen zusammenzuführen. Seine Perspektive auf das europäische Repertoire eröffnet für Les Siècles und das Théâtre des Champs-Élysées neue Horizonte. Er verkörpert eine dialogische Orchesterkultur, für die Claudio Abbado stand. Hier trifft tiefgehende Klangforschung auf eine große Offenheit für zeitgenössische Lesarten und Hörweisen. Seine Arbeit ist undogmatisch und basiert auf Gefühl und Raffinesse. Eine Haltung, die ideal zur künstlerischen Identität von Les Siècles passt.“
Die erste Saison unter der Leitung von Antonello Manacorda beginnt programmatisch mit einer Entdeckung: Das Théâtre des Champs-Élysées bringt Jules Massenets Oper Thaïs als Neuproduktion in einer neu erschlossenen, bislang ungespielten Urtextfassung auf die Bühne. Das vollständige Programm für die Saison 2027/2028 wird im Frühjahr 2027 veröffentlicht. Bereits 2026/27 wird es die Möglichkeit geben, das Orchester und seinen neuen Chefdirigenten in einem Programm um Claude Debussys symphonische Skizzen „La Mer“ zu erleben, und zwar in München und Hamburg.
Als international gefragter Gastdirigent arbeitet Antonello Manacorda mit renommierten Orchestern, darunter die Berliner Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, die Staatskapelle Dresden, die Accademia Nazionale di Santa Cecilia und das Cleveland Orchestra. Nach erfolgreichen Opernproduktionen an der Metropolitan Opera, New York, dem Royal Opera House, London, der Bayerischen Staatsoper, München und der Staatsoper Wien gab er 2025 sein Debüt bei den Salzburger Festspielen mit Gaetanos Donizettis „Maria Stuarda“.




ThomasRabsch