
Dirgent
Ein Italiener mit starker Affinität zum deutschen Repertoire. Ein „Melodiker von Natur“ (Der Tagesspiegel), der die Detailfreude der stilistisch informierten Interpretationspraxis überzeugend auf den großen Apparat zu übertragen versteht. Ein echter Orchesterpraktiker überdies, dessen künstlerische Gestaltungskraft sich mit dem Bedürfnis nach einem partnerschaftlichen Musizierstil verbindet. Antonello Manacordas Vielseitigkeit als Dirigent liegt in der Fülle seiner musikalischen und kulturellen Prägungen begründet: In Turin in eine italienisch-französische Familie hineingeboren, in Amsterdam ausgebildet und seit vielen Jahren in Berlin zu Hause, war Manacorda Gründungsmitglied und langjähriger Konzertmeister des von Claudio Abbado ins Leben gerufenen Mahler Chamber Orchestra bevor er bei dem legendären finnischen Lehrer Jorma Panula ein Dirigierstudium absolvierte. Heute ist Antonello Manacorda in Opernproduktionen an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt ebenso häufig zu erleben wie am Pult führender Sinfonieorchester. Zum Ende der Spielzeit 2024/25 nahm Antonello Manacorda seinen Abschied als Künstlerischer Leiter und Chefdirigent der Kammerakademie Potsdam. Mit dem international gefragten Ensemble hat er seit 2010 eine Reihe preisgekrönter Aufnahmen vorgelegt und bleibt dem Orchester ab Sommer 2025 als Ehrendirigent verbunden. Ab der Saison 2027/28 wurde Antonello Manacorda zum Music and Artistic Director von Les Siècles ernannt, einem der führenden Ensembles Europas für historisch informierte Aufführungspraxis. Das Orchester wurde 2003 von François-Xavier Roth mit dem Ziel gegründet, die Kunst der stilistisch authentischen Aufführung auf alle musikalischen Epochen anzuwenden. Antonello Manacorda wird die erfolgreiche Programmgestaltung des Ensembles fortführen und dabei seine Affinität zum französischen Repertoire durch die Einbeziehung von Werken aus der deutschen und der breiteren europäischen Musiktradition weiter vertiefen.
Opernproduktionen der Saison 2025/26 führten Antonello Manacorda an die Opéra National de Paris (Nozze di Figaro) – wohin er in der Saison 2026/27 mit Idomeneo zurückkehrt –, ans Royal Opera House Covent Garden (La Traviata), an die Deutsche Oper Berlin (Zar und Zimmermann) sowie an die Metropolitan Opera (La Traviata). Im Bereich der Sinfonik leitet Antonello Manacorda in der Saison 2026/27 unter anderem Abonnementkonzerte beim NHK Symphony Orchestra, Toronto Symphony Orchestra und San Francisco Symphony.
In den vergangenen Spielzeiten hat Antonello Manacorda unter anderen zusammengearbeitet mit dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Berliner Philharmonikern, dem Cleveland Orchestra, dem Dänischen Nationalen Sinfonieorchester, dem Gewandhausorchester, dem Mahler Chamber Orchestra, dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Königlichen Stockholmer Philharmonieorchester, der Sächsischen Staatskapelle Dresden und dem Tonhalle-Orchester Zürich. Große Erfolge feierte er an der Metropolitan Opera in New York, am Royal Opera House Covent Garden sowie mit Neuproduktionen von Webers Freischütz in der Inszenierung von Dmitri Tcherniakov an der Bayerischen Staatsoper und von Debussys Pelléas et Mélisande an der Opéra National de Paris. Ein vom Publikum und der Presse gleichermaßen gefeierter Höhepunkt war sein Operndebüt bei den Salzburger Festspielen 2025, wo er die Wiener Philharmoniker in einer Neuproduktion von Donizettis „Maria Stuarda“ in der Regie von Ulrich Rasche dirigierte.
Mit der Kammerakademie Potsdam hat Antonello Manacorda für Sony Classical sowohl einen Mendelssohn-Zyklus als auch einen Schubert-Zyklus eingespielt, die beide von der Kritik gefeiert wurden. Beim ECHO Klassik 2015 erhielt die Kammerakademie Potsdam für den Zyklus aller Schubert Symphonien den Preis in der Kategorie „Orchester des Jahres“. Im Oktober 2022 wurde Antonello Manacorda zusammen mit der Kammerakademie Potsdam der OPUS Klassik in derselben Kategorie für die Einspielung der letzten Mozart Symphonien verliehen. Die Gesamteinspielung der Sinfonien von Ludwig van Beethoven wurde im Mai 2024 von Sony Classical veröffentlicht und die zuvor im Oktober 2023 veröffentlichte Aufnahme der 5. und 6. Sinfonie Ludwig van Beethovens mit dem OPUS Klassik in der Kategorie „Beste Sinfonische Einspielung“ ausgezeichnet.
Antonello Manacorda – der Spiegel
„How Manacorda combines clarity and emotionality and thus incites his ensemble to intensity and conciseness is electrifying“
Der Spiegel