Philippe Herreweghe dirigierte Bachs Johannes-Passion
mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden
& Collegium Vocale Gent

Am 29. März 2018 dirigierte Philippe Herreweghe Bachs Johannes-Passion im Rahmen der Osterfestspiele Salzburg mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden und Collegium Vocale Gent.

Nachfolgend ein kurzes Presse-Echo nach den Konzerten im Februar in Dresden:

Er gilt heute als einer der herausragenden Protagonisten historisch orientierter Aufführungspraxis, freilich ohne in zu dick aufgetragenem Historismus zu ersticken oder den Eindruck von unumstößlicher Besserwisserei zu vermitteln. Wie vorzüglich es ihm wieder gelingt, zwischen musikhistorischen Erkenntnissen, daraus resultierenden, individuellen Ansatzpunkten in der Wiedergabe und einer vielschichtigen, ja lebendigen Interpretation zu balancieren – davon konnte man sich auch und gerade in dieser Johannes-Passion in der Semperoper überzeugen.

Dresdner Neueste Nachrichten

Die angemessen klein besetzte Sächsische Staatskapelle Dresden schien sich in der barocken, vielschichtigen Klangrede Bachs und bei Herreweghe hörbar wohlzufühlen. Es ging auch an den Orchesterpulten nicht um kalte Distanz, sondern um instrumentale Anteilnahme am Geschehen und gestalterische Glaubwürdigkeit. Was an den obligaten Instrumenten geleistet wurde, war einfach nur berückend schön und überwältigend.

Dresdner Neueste Nachrichten

Philippe Herreweghe sorgte für eine sehr gute, sehr vitale, in sich stimmige Aufführung dieser Passion mit wohldurchdachter Gesamtkonzeption. Unter seiner Leitung wurde Bachs dramatische Passion wirklich dramatisch wiedergegeben. Ohne die jetzt leider anderweit oft üblichen „kleinen“ Pausen zwischen den einzelnen Nummern, gestaltete sich alles „wie aus einem Guss“. Die auf der Bühne zwischen Orchester und Chor an unterschiedlichen Stellen wartenden Solisten „wandelten“ schon vor ihren Auftritten langsam und leise auf ihre Position, ohne zu stören. Es gab nur kleine gestaltungsbedingte Zäsuren, um die Wirkung zu erhöhen und eine größere zwischen den beiden Teilen der Passion (vorgesehen für „vor“ und „nach der Predigt“), bei denen nur Herreweghe das Podium kurz verließ. Chor, Orchester und Solisten blieben und damit auch die Spannung.

Der Neue Merkur, Dresden

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