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Biografie


 

Das Zürcher Kammerorchester hat sich schon bald nach seiner Gründung durch Edmond de Stoutz im Jahre 1945 zu einem international beachteten Ensemble entwickelt und zählt heute zu den führenden Klangkörpern seiner Art. Regelmässige Einladungen zu internationalen Festivals wie dem Prager Frühling oder dem Istanbul Festival, Auftritte im Musikverein Wien, dem Berliner Konzerthaus oder der Leisz-halle Hamburg sowie ausgedehnte Konzerttourneen durch verschiedene europäische Länder sowie die USA und China belegen das weltweite Renommee des Ensembles. Die breit gefächerte Arbeit des Zürcher Kammerorchesters ist zudem auf zahlreichen, von der Kritik hoch gelobten CD-Einspielungen bekannter und unbekannter Werke aus vier Jahrhunderten dokumentiert. Nachdem das Zürcher Kammerorchester unter der zehnjährigen Leitung von Howard Griffiths seinen Rang als Klangkörper von internationaler Bedeutung seit Mitte der Neunzigerjahre nachhaltig festigen konnte, hat es mit Beginn der Saison 2006/07 den aus China stammenden Muhai Tang zu seinem neuen Künstlerischen Leiter und Chefdirigenten ernannt.

 

Obwohl sich das Zürcher Kammerorchester unter der Leitung von Howard Griffiths sowie durch die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Spezialisten für Alte Musik wie Reinhard Goebel, Bruno Weil, Paul Goodwin oder David Stern seinen eigenen Platz in der Interpretationen von Barockmusik gesichert hat, liegt der Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit auf den Werken der Wiener Klassik. Neben Aufführungen von Kompositionen der Trias Haydn-Mozart-Beethoven hat das Ensemble in den letzten Jahren sowohl im Konzertsaal als auch auf dem Tonträgermarkt wiederholt Werke heute weitgehend vergessener Komponisten des 18. Jahrhunderts wie Ferdinand Ries, Luigi Cherubini, Ignaz Pleyel oder Leopold Kozeluch zur Diskussion gestellt. Darüber hinaus wird das Repertoire der Romantik und klassischen Moderne ebenso gepflegt wie die Musik der Gegenwart: So hat das Zürcher Kammerorchester nicht nur zahlreiche Uraufführungen - meist Auftragswerke - gespielt, sondern auch wiederholt mit Musikern aus anderen Bereichen wie Jazz, Volksmusik und populärer Unterhaltung zusammengearbeitet und dadurch neue künstlerische Wege beschritten. Unter der Leitung von Muhai Tang wird das Zürcher Kammerorchester in der Zukunft nun auch den Dialog mit aussereuropäischen Musikkulturen suchen.

 

Den unterschiedlichen Anforderungen seines vielfältigen Repertoires wird das Zürcher Kammerorchester mit einer Stammbesetzung von 22 Streicherinnen und Streichern gerecht, die bei Bedarf um feste Zuzüger erweitert wird. Dadurch kann das Ensemble flexibel auf verschiedenste Besetzungen reagieren und gleichzeitig ein Höchstmaß an künstlerischer Kontinuität und Klangkultur wahren. Neue Impulse gewinnt das Zürcher Kammerorchester durch Konzerte mit international renommierten Gastdirigenten und hochkarätigen Solisten.

 

Neben den rund 40 Konzerten, die das Zürcher Kammerorchester pro Saison in seiner Heimatstadt bestreitet, ist es regelmässig auf den bedeutenden Konzertpodien der Schweiz und des benachbarten Auslands zu Gast. Eine überzeugende Programmplanung hat in den letzten Jahren wiederholt vom Publikum begeistert aufgenommene Schwerpunkte im breit gefächerten Repertoire des Ensembles herausgebildet. So brachte das Zürcher Kammerorchester bei seinem ersten "Mozart-Fest" 2001 sämtliche Klavierkonzerte des Salzburger Komponisten zur Aufführung, 2004 standen dann Mozarts Bläser- und Streicherkonzerte im Mittelpunkt. Im Jubiläumsjahr 2006 präsentierte das Zürcher Kammerorchester schließlich einen alle musikalischen Gattungen umfassenden Querschnitt durch das Gesamtschaffen Mozarts, bei dem u.a. auch das Opernfragment "L'Oca del Cairo" und das Singspiel "Der Schauspieldirektor" zur (halbszenischen) Aufführung kamen. Ein Konzertzyklus mit den fünf Klavierkonzerten Beethovens war 2002 nicht nur in Zürich, sondern auch in Bern und Luzern zu hören. Mit Apéro-Konzerten, Openair-Veranstaltungen, Kinder- und Weihnachtskonzerten erreicht das Zürcher Kammerorchester neben Liebhabern aber auch ein breiter gestreutes - insbesondere jüngeres - Publikum. Kammermusikmatineen geben darüber hinaus Gelegenheit, die Musiker und Musikerinnen des Ensembles aus nächster Nähe zu erleben. Benefiz-Anlässe und Gala-Veranstaltungen runden die künstlerischen Aktivitäten des Zürcher Kammerorchesters ab.

 

Schon früh konnte das Zürcher Kammerorchester mittlerweile legendäre Musiker wie Claudio Arrau, Wilhelm Backhaus, Yehudi Menuhin oder Henryk Szeryng zu seinen Gästen zählen. Zu den Künstlerinnen und Künstlern, die in der jüngsten Vergangenheit auf dem Konzertpodium oder im Tonstudio mit dem Zürcher Kammerorchester zusammengearbeitet haben, zählen nun u.a. Vladimir Ashkenazy, Kathleen Battle, Joshua Bell, Rudolf Buchbinder, James Galway, Bruno Leonardo Gelber, Edita Gruberova, Elisabeth Leonskaja, Mischa Maisky, Olli Mustonen, Güher und Süher Pekinel, Mikhail Pletnev, Andreas Scholl, Gil Shaham, Lars Vogt und Thomas Zehetmair sowie Musiker der jüngeren Generation wie Till Fellner, Hilary Hahn, Julian Rachlin, Vadim Repin oder Fazil Say.

 

Mit der Übernahme der Konzertreihe "Meisterzyklus" hat sich das Zürcher Kammerorchester auch einen festen Platz als Konzertveranstalter in der Schweizer Musikszene gesichert. Im Sommer 2002 fand das Ensemble ausserdem ein ständiges Zuhause im eigenen "ZKO-Haus", das nicht nur Sitz der Administration ist, sondern auch über einen Proben- und Konzertsaal für kleinere Veranstaltungen (auch anderer Ensembles) verfügt. Gefördert wird die künstlerische Arbeit des Klangkörpers durch die gegenwärtig rund 1600 Mitglieder zählende "Gesellschaft der Freunde des Zürcher Kammerorchesters".